Pyrolyseofen Paul

Das Terra Preta Projekt geht in die Dritte Runde! In diesem Semester wurden die bereits laufenden Projekte weiterverfolgt, aber auch ein neues kleines Bauprojekt gestartet. Denn für eine der wichtigsten Bestandteile der Terra Preta gibt es bisher keine dauerhafte kostenfreie- oder kostengünstige Bezugsquelle: die Pflanzenkohle. Darum haben wir- Anne, Leon, Maya, Susi und Jasmin- es uns zur Aufgabe gemacht, einen kleinen Pyrolyseofen zu bauen, mit dem man Holz und Grünschnitt zu Pflanzenkohle verkohlen kann. Als besonderes Feature haben wir auch noch eine Kochmöglichkeit eingeplant, um die bei der Verkohlung entstehende Hitze zu nutzen.

Materialbeschaffung

So weit, so gut. Doch woher das Material beschaffen? Nachdem wir uns auf eine Bauweise geeinigt haben (Bauplan auf Bild 1), musste das Material dafür her. Da das Budget für das Projekt noch unklar war und wir außerdem aus Prinzip gern ausgedienten Gegenständen oder „Abfällen“ (wie manche es nennen würden) ein neues Leben geben wollten, entschieden wir uns für einen Upcycling Pyrolyseofen, bei dem so wenig Neumaterialien wie möglich verwendet werden sollten. Also haben wir diverse Lebensmittelmärkte und Handwerksbetriebe abgeklappert und uns im Freundes- und Bekanntenkreis nach geeigneten Behältnissen und Materialien umgehört. Arbeiten durften wir in der Holzwerkstatt des studentischen TUdo Makerspace, in der wir auch noch gegen kleine Spende ein paar Kleinteile wie Schrauben und Muttern verwendeten. Zukaufen mussten wir nun nur noch Kleinigkeiten.

Abbildung 1: Am Anfang war der (Bau-)Plan. [eigene Abbildung]

Der Bauprozess

Nachdem wir die wichtigsten Bauteile beisammenhatten, begann das große Werkeln und Tüfteln.

Bautag 1:
Am ersten Bautag haben wir ein großes Loch in den Deckel der äußeren Tonne und der Brennkammer gesägt, um die Hülle, Brennkammer und Flammenbündler miteinander zu verbinden. Die Ränder haben wir passend eingeschnitten und umgebogen, sowie im Falle der Brennkammer mit einigen Schrauben und passenden Muttern am Deckel der Hülle fixiert. Anschließend folgten die Löcher zur oberen Luftzufuhr in die Brennkammer und den Flammenbündler (Bild 2 und 3).  In Bild 4 seht ihr Maya in Aktion!

Abbildung 2 und 3: Verbinden von Hülle und Brennkammer (links), sowie Flammenbündler mit Brennkammer (rechts), beide mit Luftlöchern oben

Abbildung 4: Maya und Leon in der Holzwerkstatt

Da wir später einige Griffe sowie einen Topfhalter am Ofen befestigen wollten, haben wir Edelstahl-Blechstreifen an der Werkbank zu Winkeln gebogen.

Nach dem ersten Bautag sah unser Ofen für Pyrolyse-Laien schon beinahe fertig aus. Es fehlten jedoch noch wichtige Details.

Bautag 2:

Die Öffnungen für die Primärluftzufuhr in Hülle und Brennkammer, sowie die Öffnung für die Sekundärluftzufuhr in der Hülle haben wir am zweiten Bautag gesägt und gebohrt. Mit einem herkömmlichen Metallbohrer wollten wir dann noch Löcher in die Edelstahlwinkel bohren – und haben dabei 3 stumpfe Metallbohrer, aber keine Löcher erzeugt. Ein Hartmetallbohrer musste also her.

Da die beiden Metalltonnen mit Lack beschichtet waren, haben wir uns für ein Abbrennen (Bild 5) desselben entschieden, bevor wir darauf vorhatten zu kochen. Glücklicherweise hat dabei auf dem Campus niemand die Feuerwehr gerufen.

Zwischen Bautag 2 und 3 hat sich Anne in der Metallwerkstatt der Uni daran gemacht, das Edelstahlrohr für die Primärluftzufuhr zu kürzen und mit einem Hartmetallbohrer Löcher für die Edelstahlgriffe und -Topfhalter zu bohren. Weiterhin erhielt das Einlegesieb für die Brennkammer Füßchen, um die Durchlüftung des Brennguts von unten sicherzustellen.

Bautag 3:

Um die Luftzufuhr auf die geplanten Löcher zu begrenzen entschieden wir uns für ein Abdichten der Fuge zwischen Hüllendeckel und Brennkammer mit Kaminkitt. Die letzten Schritte beinhalteten dann nur noch die Montage von Holzgriffen an Topfhalter und Außenhülle. Eine Messingmuffe aus dem Baumarkt befestigten wir dann noch am Gewinde der Primärluftzufuhr zur Fixierung des Rohrs. Nachdem alle Teile zusammensetzt und -geschraubt sind, seht ihr in Bild 6 den fertigen Ofen!

Inbetriebnahme oder auch „Testkochen“

Abbildung 5: Lack abbrennen

Abbildung 6: Fertiger Ofen!

Bevor wir für die gesamte Terra Preta Truppe bei unserer Abschlussveranstaltung kochen konnten, führten wir ein Testkochen durch. Bis unter die oberen Löcher der Brennkammer füllten wir kleinteilige Holzstücke und entzündeten den Ofen mit etwas Papier. Nachdem der Brennvorgang begonnen hatte, schlossen wir den Deckel und setzten einen Topf mit Eiern auf (Bild 7). Das Ergebnis: Hartgekochte Eier und Pflanzenkohle (Bild 8)!

Abbildung 7 und 8: Pyrolysekocher im Einsatz und fertige Pflanzenkohle

Nun sind wir bereit für die gesamte Terra Preta Truppe zu kochen!

Interessiert ihr euch für die Funktionsweise eines Pyrolyseofens? Diese Informationen findet ihr in unserem Flyer!

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